Eine umfassende Kernsanierung hebt Bestandsimmobilien auf einen zeitgemäßen Wohnstandard, senkt die laufenden Betriebskosten drastisch und ermöglicht signifikante Mietsteigerungen. Aus wirtschaftlicher Perspektive birgt sie jedoch das höchste finanzielle Risiko: Bauverzögerungen, kollidierende Gewerke und versteckte Mängel im Altbestand können die geplante Rendite (ROI) schnell zunichtemachen.
Die Grundlage einer erfolgreichen Sanierung ist eine belastbare, datengestützte Vorplanung. Wer die Quadratmeterpreise der einzelnen Gewerke kennt und die Schnittstellen vertraglich sauber definiert, schützt sein Kapital vor ungeplanten Nachfinanzierungen.
Im Jahr 2026 müssen Kapitalanleger und private Bauherren für eine standardmäßige Kernsanierung (inkl. Erneuerung der Haustechnik, Fenster, Böden und Bäder) mit folgenden Richtwerten rechnen:
Achtung Bausubstanz: Weist das Objekt statische Mängel auf, müssen Dachstühle erneuert werden oder liegt eine Schadstoffbelastung vor (z. B. Asbest in alten Floor-Flex-Platten), müssen zwingend Risikopuffer von weiteren 15 bis 20 % in die Finanzierung eingeplant werden.
Eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen ist die Art der Auftragsvergabe. Beide Modelle haben direkte Auswirkungen auf Ihr Budget und Ihre rechtliche Absicherung:
Sie schließen einen einzigen Vertrag (ideal nach VOB/B) mit einem Bauunternehmen ab, das alle Gewerke schlüsselfertig koordiniert.
Sie fordern für jedes Gewerk (Elektro, Sanitär, Fliesen, Trockenbau) separate Kostenvoranschläge von regionalen Fachbetrieben an und vergeben diese einzeln.
Bei der Einzelvergabe ist eine strikte Taktung der Bauphasen unerlässlich, um teure Leerläufe zu vermeiden:
Eine Vollsanierung sollte stets mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) abgestimmt werden. Erreicht die Immobilie durch die Sanierung (Dämmung, neue Fenster, Wärmepumpe) einen definierten KfW-Effizienzhaus-Standard (z. B. EH 85 oder EH 70), gewährt die KfW im Programm 261 zinsgünstige Kredite bis zu 150.000 € pro Wohneinheit sowie massive Tilgungszuschüsse von bis zu 20 %.
Tipp für die Projektkalkulation: Nutzen Sie Vergleichsportale, um sich frühzeitig verbindliche Festpreisangebote regionaler Fachbetriebe zu sichern. Nur so lässt sich eine belastbare Bankenfinanzierung aufstellen und das Risiko von Baupreissteigerungen während der Projektlaufzeit minimieren.